Marieluise Beck

ehem. Mitglied des Deutschen Bundestags

Castor-Transport nach Russland birgt enorme Gefahren

Zum angemeldeten Transport von Atommüll durch Bremen ins russische Majak erklärt Marieluise Beck, Sprecherin für Osteuropapolitik: Die geplante Verladung des Castors stellt nicht nur eine erhebliche Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger von Bremen und Bremerhaven dar. Der Transport hat auch dramatische Folgen für Russland. Schon heute ist die Gegend um die Atomanlage Majak eins der verstrahltesten Gebiete weltweit.

Die Anlage war 1957 Schauplatz einer jahrzehntelang verheimlichten Atomkatastrophe mit geschätzten 150.000 Todesfällen. Bis heute ist die rund 1.500 km östlich von Moskau liegende Wiederaufarbeitungsanlage sanierungsbedürftig und nicht ausreichend gegen Sicherheitspannen geschützt.

Unsere Partner in Russland, die Umweltverbände und mutige Anti-Atom-Aktivisten, warnen schon seit Monaten die schwarz-gelbe Bundesregierung vor der Billigentsorgung in die Region im Ural. Der Transport dieser hochgefährlichen Fracht darf weder zu Lasten der in der Region lebenden Menschen noch zu unserer eigenen Sicherheit gehen. Denn atomare Wolken machen an keiner Ländergrenze halt. Der Transport ist sicherheitstechnisch absolut inakzeptabel und die Argumente der atomfreundlichen Bundesregierung sind nicht tragfähig.