Marieluise Beck

Mitglied des Deutschen Bundestags

Audienz bei Nofretete - Bremen zu Besuch in Berlin

Dem Lokführer-Streik grad entwischt, konnten wir unsere Reise doch noch mit dem Zug antreten. Libanon, Türkei, Aserbaidschan, Russland, Afghanistan, Indonesien, Bremen-Nord - eine kulturell bunte Gruppe machte sich auf die Reise ins politische Berlin.

Wie einen Kurzurlaub empfanden die meisten diese Informationsreise. Vor allem die Frauen, die sich über Refugio kennen, ein Bremer Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer. Doch auch die anderen - aufgeschlossene Senioren, die sich vom gemeinsamen Sport her kennen - lernten Berlin ganz neu kennen:

Besuch im Reichstagsgebäude und die Teilnahme an einer Plenarsitzung - auf den Spuren jüdischen Lebens rund um den Hackeschen Markt - Führung durch das Anne Frank Zentrum - Rundgang durch die Blindenwerkstatt Otto Weidts - ein Blick durch die Mauer, die die Stadt noch vor 25 Jahren teilte - eine eindrucksvolle Begegnung in der Sehitlik-Moschee - eine Audienz bei Nofretete auf der Museumsinsel. So viel Geschichte - das alles war nicht nur für die Migrantinnen neu. Auch die Gäste aus Bremen-Nord bekamen neue Einblicke in Perspektiven, Ansichten und ganz persönliche Schicksale. 

Hier einige Stimmen: "Es war schön und es war schwer. In der Werkstatt habe ich die Angst der versteckten Menschen gerochen." - "Jetzt habe ich eine Ahnung von Berlin." - "Der Spaziergang durch das jüdische Viertel war schlimm. Ich kann gar nicht realisieren, dass das in Deutschland passiert ist." - "Die Juden haben so Schlimmes erfahren, warum passiert heute in Israel und Palästiner auch so Schlimmes. Warum machen die das?" - "Es hat sich in der Welt nichts verändert, die Menschen töten immer wieder. Frauen werden versklavt." - "Die Armenier wurden ermordet, zwischen 1934 und 38 wurden Aleviten ermordet. Weder damals noch heute hat sich der Staat entschuldigt. Das ist in Deutschland anders gewesen."  - "Das Reichstagsgebäude, im Bundestag sitzen, das war so gut, das kenne ich nur aus dem Fernsehen."

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