Am Mittwoch, 23. November um 18 Uhr stellt der deutsche Regisseur Cyril Tuschi seinen Film im Kino Schauburg in Bremen vor.
Der auf der Berlinale 2011 gefeierte Dokumentarfilm portraitiert einen Mann, der weltweit für Aufsehen sorgt. Spannend wie in einem Politthriller widmet er sich Michail Chodorkowski, dem ehemals reichsten Mann Russlands und Chef des Ölkonzerns Jukos.
Der seinerzeit von Jelzin und Gorbatschow protegierte Chodorkowski trat als Kritiker des Regimes Putin auf. Er unterstützte Zivilgesellschaft und Opposition, kritisierte öffentlich die im Land grassierende Korruption. Die Antwort des Kremls ließ nicht auf sich nicht warten.
In zwei politisch motivierten Gerichtsverfahren wurde Chodorkowski wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung von etwa 200 Millionen Tonnen Öl sowie Geldwäsche zu Haftstrafen verurteilt. Bis voraussichtlich 2016 müssen er und sein Geschäftspartner Platon Lebedew hinter Gittern bleiben. Viele sehen in Chodorkowski einen Dissidenten und politischen Hoffnungsträger. Andere halten ihn schlicht für einen Kriminellen. Der Film von Cyril Tuschi trägt dazu bei, sich ein eigenes Bild über den prominentesten Häftling Russlands zu verschaffen.
In den letzten Jahren habe ich den Fall Chodorkowski mit großer Sorge beobachtet. Sein Verfahren ist ein Beispiel für russische Willkürjustiz. Mehrfach wohnte ich den Gerichtverhandlungen in Moskau bei.
Lesen Sie hier meine Stellungnahme dazu: Mythos vom Modernisierer Medwedjew ist zerplatzt