In seiner Ausgabe vom 5. September 2009 berichtet der Weser Kurier über die Forderung der Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck nach Aufarbeitung der Bremer Beziehungen zur DDR. Hintergrund sind neue Forschungsergebnisse des Historikers Helmut Müller-Enbergs der Birthler-Behörde zur Stasi-Verwicklungen von Bremer Bürgern. „Bremen sollte die Auseinandersetzung mit dieser Facette der eigenen Geschichte selbst in die Hand nehmen“ sagte Marieluise Beck als Reaktion auf die Ergebnisse des Historikers.
Sie regte an, die Bremische Bürgerschaft solle die Universität mit einer entsprechenden Untersuchung beauftragen. Hierbei gehe es nicht um eine Outing-Wettbewerb zur Demaskierung Bremer Bürger sondern um strukturelle Verbindungen und Informationskanäle zwischen der DDR (SED) und Bremen (etwa DKP). Schwerpunkte des Forschungsauftrags könnten Universität und Fachhochschule, Wirtschaft inklusive militärischer Produktion, Militär (u.a. US-Basen) und Parteien sein. Geforscht werden solle im Bundesamt für Stasi-Unterlagen (BStU), im Koblenzer Bundesarchiv, in dem Unterlagen zur Westabteilung der SED zu Bremer Beziehungen (SAPMO) lagern und im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern. In Letzterem seien vermutlich Informationen über die Beziehungen der Partnerstädte Bremen und Schwerin im Rahmen des Programms „Deutsche an einen Tisch“ zu finden.
Müller-Enbergs hatte herausgefunden, dass 160 bis 200 Bremer der DDR-Auslandsspionage über Jahrzehnte Informationen zugetragen hätten. Im Fokus der Hauptabteilung Aufklärung (HVA) der DDR hätte in Bremen die Universität gestanden, da hier bereits sehr früh Kontakte zu zukünftigen Eliten geknüpft werden konnten.