Marieluise Beck

Mitglied des Deutschen Bundestags

Die Erde schwitzt, da hilft nur GRÜN - Notizen aus der Fraktionsklausur

„Es geht um eine dritte industrielle Revolution, über der das Thema Nachhaltigkeit stehen muss.“

Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

 

Muss man Grünen noch etwas über Klima erzählen? Kann man das? Der glänzende Vortrag des Klimaforschers Prof. Hans Joachim Schellnhuber beweist, dass es möglich ist.

Als Physiker, der mit großer Akribie sein Leben lang auf die dramatischen Veränderungen hinweist, die nicht etwa bevorstehen, sondern bereits im Gang sind, führt er die Fraktion noch einmal in unsere Erdgeschichte. Er beschreibt den klimatischen Wandel, die unser blauer Planet immer durchgemacht hat und die Tatsache, dass nur ein stabiles Klima menschliches und gutes Leben auf der Erde möglich macht.

Wer sich dieser Erkenntnis - die mit der UN-Weltklimakonferenz in Paris 195 Staaten anerkannt haben - nicht verschließt, landet bei grünem Denken in allen Bereichen. Die Decarbonisierung der Wirtschaft muss bis 2050 abgeschlossen sein - dennoch wird die Erde wärmer werden, als ihr und uns Menschen gut tut. - Vertrocknete Böden bedeuten Flucht. - Dramatische Stürme löschen Leben aus und verwüsten ganz Landstriche. - Das Abschmelzen des Eises ist ein Albtraum.

Handeln können alle, wir alle und überall:

1.       Die Mäßigung des Fleischkonsums wäre die schnellste Entlastung.

2.       Kohle muss in der Erde bleiben. Auf Dauer auch Öl und Gas.

3.       Wir brauchen Forschung für Ressourcen- und Energieeffizienz, damit aus ‚weniger‘ ‚mehr‘ wird. 

4.       Mobilität muss vom Verbrauch von Kohlenstoff abgekoppelt werden.

5.       Die Abwärme unserer Rechner (die wir alle so lieben) muss im Winter heizen und im Sommer kühlen.

6.       Und: Für Ökologen darf Demokratie kein Luxusthema sein.

Der Niederlage der Weltklimaverhandlungen in Kopenhagen folgte der Durchbruch in Paris. Und der kam wegen der weltweiten, starken zivilgesellschaftlichen Kräfte. So lange Umweltschützerinnen und Umweltschützer in Saudi-Arabien, in Venezuela oder in Russland in Haft und Lager gebracht werden, werden die Regierungen dieser Länder ihr kurzfristiges Eigeninteresse am Verkauf von Öl und Gas nicht zurückstellen.

Die große Transformation fordert alles und alle. Mit diesem Auftrag verlässt die Bundestagsfraktion an diesem Tag das verschneite Weimar.

 

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