Marieluise Beck

Mitglied des Deutschen Bundestags

Bremer Kompass in Berlin

Ende August machten sich 40 Bremerinnen und Bremer auf den Weg in das politische Berlin: engagierte Frauen der Bremerhavener Kunst- und Kulturszene, Alumnis der Bremer Universität sowie Mitglieder der Grünen Kreisvorstände.

Nach einem Stopp im Auswärtigen Amt und einer Exkursion in die Diplomatie stand uns Marieluise Beck Rede und Antwort. Sie gewährte uns einen tiefen Einblick in ihren politischen Werdegang - von Badem-Württemberg über Bremen nach Berlin, weiter gen Osten nach Serbien und Belarus, über die Ukraine bis schließlich nach Russland. Es gab großes Interesse, viele Fragen und lebhafte Diskussionen rund um ihre Entscheidung, im nächsten Jahr nicht erneut für den Bundestag kandidieren zu können. 

In der schönen Sehitlik-Moschee lernten wir islamische Architekturkunst sowie muslimisches Leben im Berliner Alltag kennen. Manche von uns entdeckten so einige Gemeinsamkeiten mit der christlichen Geschichte und Tradition. Am Nachmittag ging es hinaus zum Wannsee - was für ein Glück, denn der Sommer war wieder zurück: Bei über 30 Grad besichtigten wir die Liebermann-Villa und ihre Gärten. Max Liebermann gehört zu den bedeutendsten deutschen Impressionisten. Die Villa am Wannsee war seine Sommerresidenz und wurde. Dort erfuhren wir von der historischen Bedeutung des kulturpolitischen Malers und der brüchigen Geschichte der Villa  - Enteignung, Fremdnutzung und Verwahrlosung. 

Tagesaktuell wurde das Programm dann wieder am Folgetag: Mitarbeiter des Vereins LobbyControl führten uns durch das Regierungsviertel. Rund um den Reichstag haben sich viele Unternehmensrepräsentanten, Verbandsbüros, PR-Agenturen angesiedelt. Anhand von praktischen Beispielen vermittelte die Führung einen Eindruck davon, was sich hinter den Fassaden tut, klärte über intransparente Lobbyagenturen auf sowie über die bemerkenswerte Auszeichnung ‚Botschafter des Bieres‘.

Vor unserer Abreise machten wir uns auf die Spuren jüdischen Lebens rund um den Hackeschen Markt: Anne Frank Zentrum, Otto Weidt Blindenwerkstatt und ein Stadtspaziergang. Anne Frank ist allen vermutlich bekannt – aber wer war Otto Weidt? Der Fabrikant beschäftigte in seiner kleinen Werkstatt während des Zweiten Weltkrieges hauptsächlich blinde und gehörlose Juden. Sie stellten Besen und Bürsten her. In dem Museum erzählen verschiedene Lebensgeschichten von Otto Weidts Bemühungen, seine jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter vor Verfolgung und Deportation zu schützen. Als die Bedrohung immer größer wurde, suchte er für einige von ihnen Verstecke. Manchem konnte er das Leben retten. 

 

Und was sagen die Bremerhavenerinnen dazu? Sehen Sie hier.

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